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Schockwellenreiter (Erzählung)
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Stefanie



Anmeldedatum: 21.02.2007
Beiträge: 488
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: Di Nov 24, 2009 7:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Countdown ...1...0 - Lift Off

Auf dem Gelände der Raketenstation von Petersburgh Constructions erhob sich die riesige Rakete, an der das Shuttle angeflanscht war. Im Gänsemarsch ging es hinein, sehr fest wurden sie geschnallt, wobei Jake eine Sonderrolle erhielt und einen Blick, nur einen Blick auf das Cockpit werfen durfte.

Die G-Kräfte zerrten an ihnen, unendlich schwer wurden sie, das Atmen wurde mühsam. Dann endlich tauchte unter ihnen die blaue Kugel auf, ein Anblick, der sie alle in seinen Bann zog. Wie verloren schwebten sie schwerelos durch die unendliche Schwärze des Weltalls, ein mulmiges Gefühl vor allem für die magisch aktiven. Doch wie zu deren Versicherung wurden die Nacken warm - die magischen Tatoos taten ihren Dienst.

Apollo - der Weltraumhafen von Ares Macrotechnology

Sie flogen vorbei an der riesig grauen, ringförmigen und wie für den Konzern typisch unnahbaren Weltraumfabrik von Saedar Krupp. Dann schon kam die im Vergleich doch viel kleinere Transitstation von Ares in das Blickfeld. Ein Doppelring. Jake assistierte beim komplexen Andockmanöver, danach machte sich Schwerkraft wieder bemerkbar, wenn auch sie etwas leichter als auf der Erde waren.

Nur in ihren Raumanzügen und den Ares-Overalls bekleidet absolvierten sie die Einreisekontrollen, die professionell aber nicht überaus komplex waren. Drinnen war ein Wirrwarr von verschiedenfarbigen Overalls, teilweise durch kleine Statussymbole oder Professionen individualisiert. Auf den Gängen gab es wiederverwendbare Pinnwände mit allerlei Angebot und Nachfrage. Daneben gab es auch offensichtlich selbstgemacht Kunst, was dem ganzen eine recht heimlige Atmosphäre verlieh, unterstützt von leiser, beschwingter Musik. Alle sollten sich hier wohl fühlen. Raymon, der zwergische Quartiermeister, hieß sie willkommen und wies ihnen Quartiere zu. Lt. Müller und Tape deuteten an, dass sie etwas "Hilfe" benötigen würden. Raymon zwinkerte ihnen zu, warf Tape einen interessierten Blick zu und verabredete sich mit ihnen für 17 Uhr im "Sündenpfuhl", wo er Feierabend machen würde.

So blieben ihnen 4 Stunden. Lt. Müller rief zu einer Übung in die schwerkraftlosen Sporthallen, aber nicht alle folgten seinem Kommando zu Reflexübungen. Prestige verkroch sich in sein Quartier und testete sehr vorsichtig die Magie. Es ging zwar etwas schwieriger, doch, oh Wunder, sie stand ihm noch zur Verfügung. Bazzaff und Pfeiffer taten es ihm gleich mit ihren Ki-Kräften. Jake machte eine Shopping-Tour in der Mall im unteren Ring.

Tape schlenderte bald als Techniker zurecht gemacht herum und suchte ihresgleichen. Bald hatte sie Kontakt zu einem Wartungstechniker geknüpft und mit ihm einen Deal ausgehandelt. Er wollte 100 Gramm echten Kaffee. Dafür bekam die Zwergin ein Tütchen "Sternenstaub", eine hochwirksame und höchst illegale Droge. Und an der wiederum war Dr. Becker auf der Station Freeport interessiert. Und der nun wieder kannte sich dort gut aus und kannte sicherlich auch Dezibel, ihren Wunschkontakt für die Weiterreise. Ein kurzer Durchruf, und Prestige konnte mit Kaffee dienen. Ihr Backschisch hatte sich schon bezahlt gemacht.

Auf dem Weltraum-Bazar

Gegen 17 Uhr trafen sich alle im "Sündenpfuhl" wieder. Es war eine Kneipe, wo 2D-Zeichentrickfilme gezeigt wurden, untermalt von Rockmusik. Ein "echtes Bier" kostete umgerechnet 800 Nuyen. Das war nicht einmal das teuerste hier, wie Jake erkennen musste. Sein plötzlicher Wunsch nach einem echten Steak hätte glatt sein Budget gesprengt, so selten war Fleisch hier oben.

Um 17:30 fuhren im Hauptgang der Mall Warnbaken hoch - die Mall verwandelte sich unvermittelt in eine Laufarena. Nebenan schlenderten Kauf- und Vergnügungslustige. Shops und Restaurants reihten sich aneinander. Eine halbe Stunde später herrschte im "Sündenpfuhl" reges Treiben. Mit professionellem Interesse beobachteten die Schattenläufer die hiesigen Riten. Die Hauptdarsteller waren der Quartiermeister Raymon, den sie schon kannten. Er machte seine Geschäfte mit Freundlichkeit und unauffälligen Handzeichen. Dann war da der Sicherheitschef, in dessen Nähe lauter kleine Tütchen die Besitzer wechselten. Tape blinzelte ihrem Wartungstechniker zu und machte ihren eigenen Deal klar. Und zu guter letzt war da der Reparaturdienstleiter, zu dem die Leute viel reservierter, vorsichtiger waren. Er aß bezeichnenderweise Spaghetti und wurde irgendwann auch mit "Don" angesprochen. Interessanterweise liefen die drei ihre Runden auf nicht überlappenden Routen. Ihre Bereiche waren offenkundig exakt getrennt.

Endlich erwischte das Team Raymon und fragten ihn nach einem Transport nach Freeport und Kontakt zu Dezibel. Listig zog der Zwerg seine Augen zu Schlitzen zusammen. Ja, er hätte sich ja schon etwas gedacht, dass sie beileibe nicht normale Ares-Mitarbeiter waren. Schon ihre Sportübungen mit Seitenblick zu Lt. Müller oder ihr rasches Vorgehen mit hochgezogener Augenbraue gen Tape. In den letzten Monaten waren schon zwei ähnliche Trupps durchgekommen. Dezibel wäre nur an gutem Geld interessiert, und Raymon war es auch. Für 13.500 ACC gäbe es einen Transport im Shuttle "Olympic" sowie eine Woche Kost und Logie auf Freeport.

Kurz blickte sich das Team an, dann nickte Lt. Müller. Er war mit dem Preis einverstanden, wollte aber mehr Informationen über die anderen Teams. Der Quartiermeister wiegte den Kopf, da könnte nur der Sicherheitschef helfen, und der wiederum mochte gerne frisches Obst. Breit grinsend zog Jake seinen Rucksack auf und holte vorsichtig eine Schale Erdbeeren hervor. Raymons Augen wurden größer, und vorsichtig wünschte er sich guten amerikanischen Whiskey. Den holte Hawkeye hervor, gefolgt von einer Flasche Tequila seitens Bazzaff. Und schon änderte sich das Blatt. Raymon winkte zunächst einen Techniker zu sich und schob ihm den Tequila zu. Dann schlenderte er mit den Erdbeeren zum Sicherheitschef und tuschelte mit ihm. Kaum waren die Erdbeeren aufgetaucht, tat sich beim Tisch des Reparaturdienstleiters etwas. Kurze Zeit später tauchte ein Töpfchen Sahne beim Sicherheitschef auf, der höchst gierig auf die wohlschmeckenden Speisen blickte. Allen war klar, dass im Hintergrund viel mehr passiert war. Für ihren Transport war nun ohne Geld gesorgt, und wenig später gab es einen Chip mit allen Daten über die bisherigen Trupps. Es war ein Ares-Firewatch-Team, eine Spezialeinheit, und die anderen waren von Ares Sea Services, einer Nachfolgeorganisation der Navi-Seals. Man hatte seitdem nichts mehr gehört von ihnen. Raymon gab ihnen auch zwei Kontaktadressen in Freeport, unter anderen vom Stationsleiter Jeffrey McMallen. Im Tausch gab Lt. Müller ihm eine Telefonnummer von Cole Cash, mit dem Raymon nach nun 8 Jahren Schwerelosigkeit eine Möglichkeit zum Knochenaufbau vereinbaren sollte. Mit Sonnentanz im Hintergrund sollte das keine Schwierigkeit sein.

Freeport - das Schmuggler-Eiland

Diese Station war kleiner, rustikaler. Es war eine alterwürdige Raumstation, auf der 300 Leute hausten. Auch hier lief alles mit Ares Con Credits, und dann und wann ging auch jemand "verloren". Das Interieur war bunt, mit Lichterketten geschmückt, Graffiti allerorten. Viele waren offen bewaffnet, und da gab es sogar einen Troll - auch ohne Hörner, die er aber deutlich sichtbar in einer Seitentasche trug. Nachdenklich rieb Bazzaff sich seinen ungewohnt kahlen Schädel. Überall gab es Trauben von Leuten, die tranken, palaverten, es war ein summender Bienenkorb.

Das Team teilte sich in Zweiergruppen auf. Hawkeye und Tape suchten die Krankenstation auf. Dort lief ihnen sogleich Dr. Becker über den Weg, mit kurzen Bermuda-Shorts, Hawaii-Hemd und offenem Kittel bekleidet. In der Praxis war eine Schrotflinte ausgestellt, bei genauerem Betrachten fanden sich im Eingangsbereich sogar Einschusslöcher. Die Waffe war in Gebrauch. Rasch war der Deal mit dem Doktor unter Dach und Fach - in einer halben Stunde würde Dezibel in einer nahegelegenen Bar sein.

Pfeiffer und Tatsuo verzogen sich in das kleine Spielcasino. Am Pokertisch verlor Pfeiffer einige ACC. Tatsuo interessierte sich mehr für einige, ihm noch unbekannte Arcade-Spiele.

Bazzaff und Jake fanden eine Jam-Session. Dort gab man Jake für sein originales AC/DC-T-Shirt gerne einen ordentlichen Batzen Ares Con Credits.

Backdraft setzte sich wie üblich ab, um die Stationsmatrix zu checken.

Lt. Müller und Prestige, mit Bazzafs Flasche von original-35-Jahre-altem Whiskey bewaffnet, suchten direkt Jeffrey McMallen auf. Natürlich hatte der Stationschef viel zu tun, aber ein kurzer Anruf und der Hinweis auf ein Präsent lockten ihn doch herbei. Er war stilecht in einen Kilt gekleidet und sehr zuvorkommend ob der Flasche. Lt. Müller fragte ihn nach Dezibel sowie einem Transport nach Raumhafen. Es möge doch alles schön unauffällig bleiben. McMallen nickte professionell, dass Dezibel wohl für einen Transport sorgen könnte. Nur wegen des Trolls... da riet er, doch das "Tauchen in der Wasserlieferung" vorzuschlagen. Da wüsste Dezibel schon Bescheid. Auch empfahl er, einige Gegenden - zu denen auch die Jam-Session und das Casino gehörten - zu meiden. Das Auftauchen des Teams sei schon rumgegangen, eine Warnung für beide Seiten.

Nur eine Zigarette

Eine knappe halbe Stunde später trafen Hawkeye, Lt. Müller, Prestige und Tape vor Dezibels Bar zusammen. An der Tür lungerte eine zwielichtige Gestalt herum, die sofort recht auffällig harmlos tat und sich rasch verzog. Die Bar war ein ehemaliges Labor mit Doppelschleuse. Innen schwallte ihnen Zigarettenrauch entgegen. Dezibel, eine Elfe, saß an einem Pokertisch und spielte um Zigarettenkippen. Aber nur ein Anwesender rauchte. Hawkeye spendierte Lt. Müller einige Zigaretten, so dass der ins Spiel einsteigen konnte. Dank seiner langjährigen Erfahrung in Kriegstaktik gewann er das Spiel und kam so ins Gespräch mit der Riggerin. Einige Zigaretten ebneten ihm den Weg, wonach sie gleich den nächsten Slot zum Rauchen nutzte.

Er kam sofort zur Sache. Transport nach Raumhafen und retoure. 8 Leute und ein Troll. Dezibel bekam große Augen, ein Troll auf Raumhafen. Kaum zu machen, schätzten die doch solche Metamenschen gar nicht. Aber schon kam der Tipp mit der Wasserlieferung, was Dezibel noch mehr staunen ließ. Was die neuen nicht so alles wussten... Und sie warnten sogar vor Ärger, vor viel Ärger. Kurz kalkulierte die Elfe mit ihren internen Systemen, dann schlug sie 1,4 Mio ACC vor. 1 Mio für den Hinflug und 400 k für den Rückflug. Sie war die Chief Security Riggerin auf Silver Pinnacle und fürchtete um ihren Job. Die Bezahlung sollte ihr ihren Ruhestand sichern.

Mit der Zeit hatten sich die restlichen Gäste verzogen, dafür war der Rest des Teams gekommen. Der Deal war rasch klar gemacht. Schon morgen würde es nach Silver Pinnacle gehen. In vier Tagen wüde die "Cherub" nach Raumhafen fliegen zur Routine-Wartung. Nach zwei Tagen dort würde es direkt zu Erde nach Französisch Guayana.

Einen Unfall gab es noch zu vermelden. Dezibel wusste um einen Proteus-Kontakt auf Freeport. Der hätte wohl zu gerne Raumhafen informiert vom Team. Aber leider, leider verwechselte er bei einem Außeneinsatz die O2-Flasche mit einer CO2-Flasche. Dr. Becker rannte fluchend an Tape vorbei, als diese gerade ihre Graffiti auf Freeport hinterließ. Wie jemand nur so dumm sein konnte, wer weiß, vielleicht waren ja Drogen im Spiel gewesen.

Silver Pinnacle - Wartungsstation von Transorbital

Vier Tage dauerte der Flug nach Silver Pinnacle. Dank Dezibel gab es keinen offiziellen Check-In. Mit neuen Transorbital-Overalls bekleidet ging es gleich in die Quartiere, wo auch Bazzaff versteckt wurde. Die Station glich dem Weltraumbahnhof Apollo, doch war alles funktionaler. Bei einem letzten ruhigen Abend steckte Dezibel ihnen noch einige Informationen über Raumhafen zu.

Raumhafen war weitestgehend autark konstruiert. Sie hatten Fusionsreaktor und eine künstliche Gaia-Sphäre. Dafür wurden Algen mit Mikroorganismen durch die Rohre der Station geleitet, mit künstlichem Licht gefüttert. Die Algen wurden auch geerntet. Ansonsten gaben die hydrophonischen Gärten genügend frische Nahrung. Einzig Wasser musste immer von außen zugeführt werden - und da kam das Wartungs-Shuttle "Cherub" ins Spiel, welches einen großen Wasserbehälter geladen hatte.

Eine interessante Information war die Tatsache, dass rund ein Fünftel der Besatzung, also 1000 Personen, nicht der Metamenschheit angehörten. Es handelte sich also weder um Menschen noch um Metamenschen. Proteus hatte da ordentlich experimentiert mit dem Genpool, und Dezibel warnte vor einigen höchst seltsamen Auswüchsen. Da gab es die Spezies Omega 73, was weltraum-adaptiertes Stationspersonal war mit einem geistigen Alter von 6 Jahren. Kappa 3 war androgyn und wurde seit gut 3 Monaten im Bereich der Sicherheit eingesetzt. Der Sicherheitschef hieß Vitro und gehörte der Spezies Beta 01 an.

Bei der Sicherheit gab es verschiedene Farben, wobei dem Team schon schwante, dass sie sich nicht mit grün, gelb und orange zufrieden geben würden, sondern auch in rot gekennzeichnete Bereiche mussten. Immerhin gab es keine astrale Sicherheit, was bei bislang genau bekannten 9 Personen bei gut 80.000 Astronauten auch kaum eine Überraschung war. Backdraft warnte aber vor der Matrixsicherheit, die mit schwarzem ICE gesichert war.
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Stefanie



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BeitragVerfasst am: So Dez 06, 2009 9:14 am    Titel: Antworten mit Zitat

Raumhafen - das Überraschungsei von Proteus

Das Transorbital-Shuttle landete vor Ring 1, und bald war der nicht sehr komplexe Check-In überstanden. Eigentlich hätten sie ja bereits in Französisch-Guayana überprüft werden sollen. Das Schattenteam, nun in Transorbital-Overalls bekleidet, begab sich in bereitstehende Quartiere.

Derweil harrte der riesige Bazzaff mit einer Sauerstoff-Flasche bewaffnet im Wassercontainer des Shuttles aus. Die Station setzte einen riesigen Schlauch an, mit dem das Wasser und auch der Troll in in großes, geschlossenes Stationsbecken gesaugt wurden. Mit einer Taschenlampe tauchte er im Becken herum und fand auch rasch die verriegelte Wartungsluke. Da blitzte etwas am Beckenboden auf - eine kleine Metallkassette. Kurzerhand steckte Bazzaff die Schatulle ein.

Im recht geräumigen Mannschaftsquartier hatte sich das Team rasch eingerichtet. Es lärmte ziemlich, sie waren nahe der Wasserumwälzungsanlage. So brauchte Tape sich auch nicht lange orientieren, um das Speicherbecken zu finden. Eine vorwitzige Überwachungskamera war bald mit einer harmlosen Feedbackschleife ausgeschaltet. Ebenso wurde das Magschloss geknackt. Beim Heben des schweren Deckels half Bazzaff von unten nach. Prestige wirkte um den Troll eine Unsichtbarkeit, und so war er bald mit dem Team vereint.

Im vorsichtig geknackten Kästchen fand die Zwergin zwei Chips. Die Verschlüsselung wurde rasch von Backdraft geknackt. Die Elfe runzelte die hohe Stirn. Ein Ares-Code? Eines der vorigen Teams musste sie eingeschleust haben - für das Team nun? Es waren die Zugangscodes für eine Schleuse bei den Solarzellen zwischen Ring 2 und Ring 3. Also genau an die Stelle, wo sie das Relais zum abgeschotteten Proteus-Netzwerk setzen mussten.

Der Rest des Teams half nun beim Ausladen im Frachtraum. Jake war begeistert von den Exo-Skeletts. Der Rigger saß glücklich in einer vollverkleideten Kapsel und konnte ungeahnte Kräfte walten lassen. Es gab sogar als Zusatzoption ein Schubdüsenmodul für die Weltraumfähigkeit. Der Hersteller war - Saedar Krupp. Ein wunderschönes und praktisches Spielzeug.

Die Station "Raumhafen" selbst wirkte steril. Die kalten, in tristes grau und weiß gehaltenen Wände wirkten unfreundlich. Alles war auf Effizienz getrimmt. Es gab in den Gängen gelbe und grüne Linien. So konnte man rasch in eine Richtung gehen, ohne Gefahr zu laufen, einen entgegen kommenden anzurempeln. Alles hier folgte genau ausgetüftelten Plänen.

Auch die Schattenläufer hatten ihren Plan. Sie lagen gut in der Zeit. Die Konferenz würde erst in 18 Stunden starten. Also hatten sie 12 Stunden Zeit, alles noch einmal durchzuchecken.

Backdraft versuchte sich am ersten System-Hack und wurde dort bereits von den Schockwellenreitern erwartet. Ahab, Duvall und Konwacht halfen bei den Tricksereien. Eine Arbeitsliste wurde umprogrammiert, dass das Team nahe Luftschleuse 4 an ihr eingelagertes Equipmenet kam. Backdraft und Tape studierten die Netzleitungen und bastelten am Hardware-Relais. Letzte Sicherungen und Abläufe wurden mental ein letztes Mal durchgegangen. Alles war bereit.

Der Plan ging nun los!

To be continued by Olli
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Stefanie



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BeitragVerfasst am: Sa Dez 26, 2009 7:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat


(Eine von 2 sehr leckeren Torten, die Hacki extra fürs Finale gebastelt hatte)
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Stefanie



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BeitragVerfasst am: So Jan 17, 2010 2:39 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Dieser letzte Part wurde von Olli geschrieben – vielen Dank dafür!

Die letzte Stunde vor dem großen Einsatz verbrachte jeder auf seine Weise. Müller malte sich eventuelle Zwischenfälle aus, Jack hörte laute Musik und andere Teammitglieder spielten Karten. Schließlich kam von den beiden Frauen im Team das Go, das Hardwarerelais war fertig. Wie vom Schichtplan vorgesehen begaben sich die Runner zu einer Luftschleuse. Dort schlüpften sie in ihre Raumanzüge und betraten zum ersten Mal in ihrem Leben das Weltall. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich von den Eindrücken der auf sie wirkenden Unendlichkeit losreißen konnten. Doch als ein Mikroasteroid nur Zentimeter an Bazzaffs Kopf vorbeischoss wurde allen wieder schlagartig klar, dass sie hier nicht zum Vergnügen waren.

Ein Spaziergang am Rande des Nichts

Langsam, wie in Zeitlupe setzte sich der Tross von 9 Metamenschen in Bewegung. Hatte auch vorher keiner begreifen wollen, wieso man für einen Weltraumspaziergang 50 Meter entlang der Station mehr als eine halbe Stunde brauchen soll – nun wurde es jedem klar. Newtons Gesetze waren unnachgiebig, jede noch so kleine, ungewollte oder auch unbemerkte Bewegung erzeugte eine eigene, kaum zu kontrollierende Gegenbewegung. Das Absichern an der Station war zwar eine Pflicht, doch keiner der Anwesenden hätte freiwillig den klammernden Griff um die Station gelöst ohne doppelt und dreifach an den entsprechenden Kabeln gesichert zu sein. Hier konnte man für immer verloren gehen, und nirgendwo auf der Erde konnte dieser Floskel auch nur annähernd eine ähnliche Bedeutung beikommen. Nach einiger Zeit erreichten sie die Stelle, an der das Relais entfernt worden war. Der Ersatz passte, und schon bald bekam Backdraft die Nachricht von Konwacht, dass die Schockwellenreiter Zugriff auf den Proteus-Teil der Matrix von Treffpunkt: Raumhafen hatten. Teil eins war somit geschafft.

Da keiner genau sagen konnte, von wann die gefundenen Codes waren, wer sie dort unten im Wassertank gelagert hatte und ob es sich nicht vielleicht doch um eine Falle von Proteus handelt, endschied Lt. Müller, dass man sich über die Außenseite der Raumstation Zugang zu dem von Proteus kontrollierten Teil der Station verschaffen wollte. Der Außeneinsatz hatte somit gerade erst begonnen. Zwar schlich sich im Laufe der Stunden eine immer größere Routine beim Bewegen im All ein, doch war es nach wie vor mühselig, und jeder gewonnen Meter wollte einzeln erkämpft werden. Grade als das Team die Schleuse zwischen Rad 2 und 3 umgangen hatte machte Hawkeye seinem Namen Ehre und entdeckte in weiter Ferne an Rad 5 Aktivität. Schnell war klar, dass hier keine Menschen auf Weltraumspaziergang waren. Darauf deuteten schon die jeweils zwei Gelenke an Armen und Beinen hin. Spezies Omega 73, so hatte Dezibel sie bezeichnet. Zum Glück hatten sie das Team noch nicht bemerkt, und so konnten die Runner nun das tun was sie am besten konnten: unbemerkt bleiben. Zwar erwies sich das ständige ausweichen als nicht grade förderlich für die Vorankommensgeschwindigkeit, doch ein Großalarm auf der Station hätte das Scheitern ihrer Mission und mit Sicherheit auch ihren Tod zur Folge gehabt. Ein Glück, das der Lt. sie rechtzeitig losgeschickt hatte und sie somit einen recht großzügigen Zeitpuffer hatten.

Im Proteus-Teil

Nach schier endlosen Stunden im Weltall kamen sie endlich an der Luftschleuse an, die nach den Plänen für sie optimal war. Nur wenige Türen im Inneren der Station sollten sie noch von der Datei und den CEOs, dem versammelten Vorstand des Proteus-Konzerns, trennen. Sie durchquerten die Schleuse und entledigten sich ihrer Raumanzüge. Diese wurden in verschiedenen Schränken versteckt, stellten sie doch möglicherweise die Lebensversicherung für den Rückweg dar. Von dem Raum hinaus ging es auf einen Zentralen Korridor.

Kurz checkte Müller mit einem Spiegel die Lage und stellte fest, das etwa 20 Meter weiter eine Kontrollstation mit 4 Wachen befand. Schnell stand der Plan, Prestige musste seinen gefürchteten Manaball einsetzen, anschließend sollten die schnellsten Runner vorstürmen und die Wachen falls noch nötig im Nahkampf außer Gefecht setzen. Über Müllers Spiegel konnte Prestige seinen Zauber auch im die Ecke herum einsetzen, Sekundenbruchteile bevor Müller, Hawkeye, Tatzuo und Pfeiffer auf dem Gang auftauchten und zur Kontrollstation rannten. Zwei der Wachen hatten augenscheinlich noch nicht genug, doch konnten die Runner hier kein Mitleid zeigen. So knackte es zweimal, als die Genicke brachen, und der Gang war genommen. Grade noch rechtzeitig merkten sie, das zwei der Wachen eine Keykarte in entsprechenden Schlitz hielt. Noch ehe die toten Körper Zeit hatten, in sich zusammen zu sacken hielten Hawkeye und Tatzuo sie fest.

Dennoch mussten sie etwas übersehen haben, der Alarm ging dennoch los. Tape rannte so schnell sie konnte zur Kontrollstation und begann wie wild damit, den Alarm auszuschalten. Doch ohne das Password war das leider nur auf Hardwareebene möglich. Dennoch dauerte es keine Minute bis sie beide Terminals abgedeckt und kurzgeschlossen hatte, und auf ihr Zeichen hin deaktivierte sie gemeinsam mit dem Taktikoffizier zeitgleich beide Alarmsignale. Das war knapp. Backdraft steckt sich nun ein um zu schauen, was der Alarm intern ausgelöst hatte. Doch die Deaktivierung war noch rechtzeitig gekommen, es waren keine Wachen unterwegs. Nach einer kurzen Kontrolle des Terminals stellte Jack fest, dass er sich hier in die stationsinterne Sicherheit einstöpseln konnte. Als er dies tat, fand er sogleich 3 Sicherheitsdrohnen, die an der Decke auf Schienen liefen. Es wurde beschlossen, dass Jack hier bleiben sollte. Mit 3 bis an die Zähne bewaffneten Drohnen sollte er in der Lage sein, den Gang gegen alles und jeden zu verteidigen. Jedoch ermahnte Müller ihn, die Systeme nicht online zu schalten, bevor es wirklich notwendig war. Schließlich wusste niemand, was eine Aktivierung der Drohnen in der Sicherheitszentrale auslösen würde.

Zum Deep Blue-Net

Der Rest des Teams zog weiter in Richtung des äußeren Ringes. Hier sollten das Deep Blue System sowie der Konferenzraum sein. Als sie an die Tür am Ende des Korridors kamen, musste Tape schnell feststellen, dass die Sicherheit hier in der Champions League spielte. Eine einfach Tür im Gang, und das mit Sicherheitscode Gelb. Ein einfaches Knacken war nicht drin, zunächst musste der Sicherheitsmechanismus umgangen werden. Doch die Zwergin nahm es sportlich, ein wenig Übung für die wirklichen Herausforderungen konnte nicht schaden. Schnell war der Weg freigemacht, und es ging weiter. Müller hielt kurz Rücksprache mit Backdraft. Ddann wurde entschieden, dass sie in einen sehr gut gesicherten Raum eindringen wollten, damit sich die Elfe von dort aus mit dem Knowbot anlegen konnte. Eine schnelle und sichere Verbindung sowie Schutz vor weltlichen Einflüssen musste gewährleistet sein.

Ein entsprechendes Labor mit Sicherheitscode rot war schnell ausgemacht. Tape legte all ihr Können an den Tag und ließ dem Sicherheitssystem nicht den Hauch einer Chance. Mit militärischer Präzision drangen die Runner unter Führung ihres Lt. in das Labor vor – und bemerkten das große Biohazard-Zeichen erst, als sie bereits neben Unmengen von Flaschen, Kolben, Tiegeln und Reagenzgläsern standen. Ihnen blieb nun nur noch die Hoffnung, dass sich keine Erreger in der Luft befanden. Und, dass sich hier keine große Schießerei entwickelte. Denn irgendeine dieser Flüssigkeiten wäre sicherlich nicht gut für den metamenschlichen Körper.

Backdraft fand schnell einen Accesspoint für die Stationsmatrix. Hinter einem Labortisch setzte sie sich auf den Boden und gab die Anweisung, sie unter keinen Umständen auszustöpseln. „Wie lange wird das dauern“ wollte Müller wissen. Doch darauf hatte die Elfe keine genaue Antwort. Zehn, vielleicht auch zwanzig oder dreißig Minuten. So lange hatten sie jedoch keine Zeit mehr. Der Vorstand trat in diesen Minute zusammen. Hawkeye bot sich an auf die Deckerin aufzupassen. Sechs Vorstandsmitglieder, Sechs Runner, die ihnen die Stirn bieten konnten und dafür Sorge trugen, das diese sich nicht ausloggten. So sollte es sein.

Rendevous auf der Vorstandssitzung

Tape, Müller, Prestige, Tatzuo, Pfeiffer und Bazzaff machten sich nun auf zu den Vorständen. Ohne auf Widerstand oder auch nur eine Menschenseele zu treffen gelangten sie zu dem Konferenzraum. Auch hier war wieder Tape gefragt. Ohne die Zwergin und ihr schon legendäres Geschickt beim Knacken von allerlei Verschlüssen wären sie wohl nie bis hierher gekommen. Und auch dieses Magschloss mit Sicherheitscode Rot hielt sie nur wenige Sekunden auf. Wie gewohnt stürmten sie den Raum, die Schnellen vor, die Langsamen hinterher. Vor ihnen baute sich ein schauriges Bild auf. Der Vorstand eines der größten Konzerne der Welt saß in Stühlen, die sie sonst nur von Riggern oder Deckern kannten. In ihre Körper führen unzählige Kabel und Schläuche, in der Mitte des Raums hingen 4 große Monitore von der Decke, gut sichtbar von allen Orten in diesem Raum. Die gespenstige Szenerie wurde noch verstärkt durch die Tatsache, dass alle CEOs ihre Augen offen hatten und die Runner beim Hereinstürmen mit diesen auch verfolgten – jedoch keine Anstallten machten sich zu bewegen, geschweige denn sich auch nur die kleinste Veränderung ihn ihrem apathischen Blick zeigte. Auf dem Display in der Mitte des Raumes erschien AHAB: „okay, los geht`s“

Sechs Minuten war die Ansage gewesen. Sechs lange Minuten mussten sie diesen Raum verteidigen und die CEOs auf ihren Stühlen halten. Alle zählten jetzt die Sekunden runter, angespannt, auf die Tür und die Puppen in ihren Stühlen achtend. Nach zwei Minuten begannen sie sich CEOs zu regen. Dann ergriff Mourier, der Vorstandsvorsitzende von Proteus, das Wort:
„Ihr? Ich gebe zu, ich bin beeindruckt! Ich hätte nicht gedacht, dass sie es wagen, noch einmal jemanden hier hoch zu schicken, nach den letzten beiden Desastern. Ihr könnte stolz auf euch sein. So weit habt ihr es gebracht, dennoch werdet ihr scheitern. Schließt euren Frieden mit eurem Schöpfer, lebend werdet ihr diesen Raum nicht mehr verlassen.“

Noch eine Drohung also. Aber so wirklich Angst machte sie keinem der Anwesenden. Bazzaff schaute Mourier an und erwiderte: „Unser Überleben war niemals Teil des Plans“. Verständlicherweise Zeigte sich der CEO von dieser Aussage ebenso wenig beeindruckt wie die Runner von seiner, doch bevor Mourier antworten konnte, erhob Kotashi ihre zarte Stimme:
„Bartholomäus, bitte schweig. Diese Drohungen hier sind fehl am Platz. Ich denke, wir können diese Angelegenheit ohne Blutvergießen und zur Zufriedenheit beider Seiten lösen. Ich werde versuchen ihnen den Grund unserer Methoden und Ziele – ja, unserer gesamten Existenz – zu erläutern. Proteus wurde aus dem Verlangen heraus gegründet, die Menschen zu neuen Ufern zu führen, sie in eine neue Zukunft zu leiten. Am Anfang dieser Idee stand eine Stiftung, die eben diese Ziele vertrat. Doch die Stiftung war schwach. Sie konnte in dieser von Konzernen dominierten Welt nicht viel erreichen oder verändern. Wie soll die Forschung dem Wohle der Menschheit dienen, wenn deren Ergebnisse von Konzernen zur eigenen Bereicherung ausgeschlachtet wird? Die Antwort ist ganz einfach: Sie kann es nicht. Selbst Regierungen unserer Tage tanzen zur Musik, die ihnen die Konzerne vorspielt. Um wirklich etwas zu verändern, gab es nur einen Weg. Die Idee musste ebenfalls zu einem Konzern werden, ein Konzern der stark genug ist, gegenüber anderen bestehen zu können. Ein Konzern, der die erträumte Zukunft wahr werden lässt und die Aufgabe übernimmt, die Menschheit in diese neue Zukunft zu führen. Aus diesem Grund wurde Proteus geboren.“

Ein willkommender Monolog für die Runner, die Sekunden und Minuten verstrichen. Doch wie sollte Kotashi auch wissen, das hier, inmitten des großen Nichts, in der Höhle des Löwen die Zeit nicht für, sondern gegen sie spielte. Angespannt hörten die Runner zu, doch weniger um sich überzeugen zu lassen, sondern viel mehr um im Anschluss an diese Ausführung möglicherweise eine Konversation zu starten, die ihnen noch weiter wertvolle Sekunden einräumen würde. Doch bevor es so weit, kam fuhr Kotashi fort:
“Öffnen Sie die Augen und sehen Sie, was die anderen Konzerne mit dem Planeten angestellt haben. Ausbeutung, Zerstörung der Umwelt, Raubbau. Den Konzernen ist nur ihrer eigene Bereicherung wichtig. Geld und Macht ist die einzige Sprache, die sie verstehen. Wir jedoch haben höhere Ziele. Ja, wir haben uns von den Konzernen bedient, um weiter zu wachsen und um unsere Ziele schneller zu erreichen. Sehen Sie, für Sonnentanz sind wir doch nichts weiter als ein Konkurrent, den es zu zerschlagen gilt, um die eigene Vormachtstellung zu erhalten. Und der Bankenverein? Er war nie unser Feind, sondern ein Verfechter unserer Ziele. Selbst der frühere Geschäftsführer teilte unsere Befürchtungen um unser aller Zukunft. Leider zwang uns Nachtmeisters plötzliches Ableben zum Handeln, da wir den Bankenverein benötigen, um unsere Finanzen auch weiter zu schützen.“

Entlarvt

Es trat eine Stille im Raum ein, doch schon nach einigen Sekunden wurde diese durch das Aufleuchten des Displays unterbrochen. Wieder sah man die Persona von AHAB, dieses mal jedoch mit einem Lächeln im Gesicht.
„Okay Leute, das war`s. Wir haben sie. Entschuldigung, dass es so lange gedauert hat, aber wir mussten noch schnell einige weitere Informationen einholen. Dafür darf ich euch die wirklichen Besitzer von Proteus präsentieren?“
“Carsten Hunold alias Dr. Mochikune Mibu, Genetikerin, Leiterin der Regionaldivision Asien von Yamatetsu, derzeitiger Aufenthaltsort: Wladiwostok, Russland. Ich denke, ihrer Tage in Mütterchen Russland sind gezählt, meinen sie nicht auch, Frau Doktor?
Philipe Mourier alias Prof Johan van Groenighen, derzeitiger Aufenthaltsort: Franktfurt, ADL. Unser guter Herr Professor ist Leiter der arkanen Forschung bei der AGC.
Yosune Kotashi alias René Bouchain, derzeitiger Aufenthaltsort: Montréal, Republik von Quebec. Da er von einem Cross Host aus operiert, wir aber keinen Eintrag in den Personaldateien des Konzerns finden konnten, gehe ich einfach mal davon aus, dass es sich um einen von Cross‘ berühmte-berüchtigten Seraphim handelt.
Ruud von der Lanen alias Dr. Midori Watanabe, Softwareexpertin, Spezialistin für Pattern Recognition, eine der hochrangigsten Experten in Shiawases MIFD. Shiawase-sama wird sehr enttäuscht von Ihnen sein.
Dann wäre da noch Dietrich Beloit alias Theodor Minzner. Viel konnten wir über ihn nicht mehr herausfinden, er hat wohl in den letzten Monaten seine Spuren so gut wie möglich verwischt. Wir wissen aber, dass er für Ruhrmetall arbeitet und sich derzeit in Essen aufhält.
Und zum krönenden Abschluss, CEO Anette Brandt-Tenhaus alias Dr. Rita Dubrowsky, Investmentbankerin und stellvertretende Vorsitzende beim FBV. Sie waren schwer zu finden Frau Dubrowsky, aber auch auf dem Züricher Orbital können sie sich nicht vor uns verstecken.“


Noch immer waren die Gesichter der enttarnten CEOs völlig ausdruckslos, doch als Kotashi ihre Stimme erhob, wurde allen klar, das sich ihre vorher so gutmütige Gemütsverfassung radikal geändert hatte. Voller Zorn schrie sie:
„Ihr habt uns zurückverfolgt. Doch das wird euch nichts nutzen. Ihr werdet hier sterben und niemals jemandem davon erzählen. Initiiere Sicherheitsprotokoll Gomorra: Code…. „

Doch weiter kam sie nicht. Bereits bei dem Wort Sicherheitsprotokoll hatte Müller seine Waffe auf Kotashi gerichtet und abgedrückt, doch seine DMSO-Patronen richteten keinen direkten Schaden an. Als jedoch Bazzaff seine Laserpistole auf sie abfeuerte, erstarben ihre Worte. Zeitgleich verschwand die Persona von AHAB vom Bildschirm, und die Schwerkraft ließ langsam nach. Nun hieß es, so schnell wie möglich von hier zu verschwinden. Als sie den Raum verließen und auf den Korridor traten, meldete sich Jack bei seinen Kollegen. „Hey Leute, was ist los. Ich bin rausgeflogen“. Er klang dabei gar nicht gut, was jedoch nicht weiter verwunderlich war. Einen Auswurfschock steckte kein Rigger so ohne weitere weg. Tatzuo und Pfeiffer machten sich so schnell wie es in der Schwerelosigkeit möglich war auf den Weg, um ihrem Freund zur Hilfe zu kommen.

Jetzt nur schnell raus hier

Unterdessen machten sich die anderen vier Runner auf zu dem Labor, in dem Backdraft hockte. An der Tür fanden sie die Leichen von vier Proteus-Gardisten, alle samt erschossen. „Wir sind`s, nicht schießen“ rief Müller, als er das Labor betrat. Im Inneren fanden sie Hawkeye, der sich hinter einem Tisch in Deckung gebracht hatte. Zu Verwunderung aller hatte er sich eine Mütze mit den Emblemen von Manadynamics aufgesetzt. Zeit für Erklärungen wäre später, „Wo stehen wir“ wollte Müller wissen. Hawkeye erwiderte, er könne es nicht sagen, Backdraft hacke von Minute zu Minute schneller auf ihrer Tastatur herum. „Okay“ sagte Müller zum Team, „ihr geht vor, ich komme mit Backdraft nach, sobald sie fertig ist.“

Doch damit waren nicht alle einverstanden. „Keine Chance, ich bleibe bei Backdraft“ sagte Hawkeye. Na wunderbar, dass war genau das, was Lt. Müller in dieser Situation brauchte. Diskussionen. „Ich bin der Kommandierende Offizier, und ich sage du gehst“, Müller war bemüht seinen Tonfall unter Kontrolle zu halten.

„Ich habe meine Befehle von Colonel Bischof, und die lauten, auf Backdraft aufzupassen. Und genau das gedenke ich zu tun“, erwiderte Hawkeye.

Innerlich kochte Müller nun. Zwar konnte er es Hawkeye nicht verübeln, dass er seine Befehle ausführen wollte. Jedoch machte er sich im Kopf eine Notiz: Wenn er es lebend zurück zu Erde schaffte, wollte er sich Bischof vorknöpfen. Als Militär sollte er vor allen anderen die Notwendigkeit einer eindeutigen Kommandostruktur verstehen. Und diese hatte er ziemlich eindeutig untergraben.

Nun meldete sich auch der Troll zu Wort: „Ich bleib auch“. Müller erinnerte sich wieder daran, wieso die MET2000 keine Schamanen beschäftigte, doch dies war ein Problem mit dem er umgehen konnte. Zwar war es nicht möglich, einem Totem Befehle zu erteilen, jedoch gelang es ihm, Bazzaffs Fürsorgeverlangen dahin zu lenken, dass dieser einwilligte, mit den übrigen Teammitgliedern abzurücken. „Die brauchen schließlich auch deine Hilfe, und Hawkeye und ich bekommen das hier schon hin“.

Derweil hatte sich Jack hinter seinem Terminal gerade von den akuten Auswirkungen des Auswurfes erholt, als er hörte, wie die Tür von Seiten der Raumstationsachse geöffnet wurde. Entsetzt musste er feststellen, wie drei nicht menschliche Kreaturen den Gang betraten und sich in der Schwerelosigkeit elegant auf ihn zu bewegten. Weniger elegant, viel mehr hektisch stieß er sich vom Terminal ab und schwebte durch den Korridor in die entgegengesetzte Richtung fort. Dort tauchten nun Tatzuo und Pfeiffer auf, ersterer mit einer Laserpistole in der Hand. Nun erinnerte sich auch Jack an seine Bewaffnung und er zog seine Pistole, der folgende Schuss verletzte die Kreatur von Spezies Kappa-3, wie er vermutete, nur leicht. Nun folgte ein kurzer Lichtblitz aus der Waffe von Tatzuo, und schon erstarben die Bewegungen eines der Wesen. Als nächstes hatte Pfeiffer seinen Auftritt. Durch sein Tattoo im Nacken bündelte er seine magische Kraft und schickte sie durch seine Faust tödlich in eine weitere Kreatur. Das letzte, schon angeschlagene Wesen tötete Tatzuo noch, und nachdem sie Jack wieder beruhigt hatten machten sie sich gemeinsam mit den inzwischen zu ihnen gestoßenen Prestige, Tape und Bazzaff auf zur Luftschleuse.

Eine schnelle Flucht

Als sie in ihren Raumanzügen das Weltall betraten war ihnen klar, dass sie sich nicht so zurück bewegen konnten, wie sie gekommen waren. Ihr erster Weltraumspaziergang hatte sie mehrere Stunden gekostet. Würden sie Proteus so viel Zeit geben, hätten sie vermutlich eine perfekt organisierte Sicherheit gegen sie, wenn sie wieder die Station betraten. Also wählten sie den direkten, aber auch viel gefährlicheren Weg. Ihnen kam jedoch zu gute, dass sich die Räder der Station nicht mehr drehten. Ziel war die Luftschleuse in der Nähe der Raumfähre Cherub, die ihre einzige Chance zur Flucht darstellte. Nach etlichen waghalsigen Manövern kamen sie alle unbeschadet dort an. Tape knackte ihr vermutlich zweiundvierzigtausendstes Magschloss, und schon befanden sie sich wieder im Inneren von „Treffpunkt Raumhafen“.

Erstaunlicherweise war die Raumfähre ungeschützt, sie konnten unbehelligt an Bord gehen. Als Jack sich in die Kontrollen des Raumschiffs einstöpselte, schlug Prestige vor, dass man die Nachzügler doch mit der Cherub abholen könnte. Das würde den beiden Männern und vor allem der wahrscheinlich völlig erschöpften Backdraft den anstrengenden und gefährlichen Rückweg erleichtet. Jack löste sofort die Andockklammern und begann, die Cherub, so gut er konnte, an die richtige Stelle zu manövrieren. Er hatte zwar schon immer davon geträumt, mal so etwas selber fliegen zu dürfen, doch gegen ein bisschen weniger Druck hätte er bei seinem ersten Flug nichts einzuwenden gehabt.

In der Zwischenzeit hatte auch Backdraft ihren Ausflug in die Matrix beendet und den Kampf gegen den Knowbot von Proteus gewonnen. „Ich hab die Hebräerdatei, sie ist auf meinem Deck“ sagte sie, als sie sich ausstöpselte. Doch der virtuelle Kampf hatte Spuren hinterlassen, die Elfe war kurz davor, in Ohnmacht zu fallen. Müller nahm sich ihres Deck an, während Hawkeye der Deckerin half sich zu bewegen, in der Schwerelosigkeit vor allem, nirgendwo anzustoßen. Kurze Zeit später erreichten die Drei den Raum mit Ihren Anzügen. Die zwei Männer zogen zunächst Backdraft und dann sich selber die Raumanzüge an.

Als sich die Luftschleuse gerade hinter ihnen schloss, ging die Tür zu dem Raum auf, und was sie sahen, ließ den beiden gestandenen Militärs einen Schauer über den Rücken laufen. Auf Silver Pinnacle hatten sie Gerüchte über den Sicherheitschef von „Treffpunkt: Raumhafen“ gehört, ein Mitglied der Spezies Beta-01. Und nun Stand Vitro vor ihnen, nur getrennt durch die panzerverglaste Tür der Luftschleuse. Ein Glück, dass sie es nicht auf einen Kampf in der Schwerelosigkeit ankommen lassen mussten. Vitro konnte nur zusehen, wie sich die Tür zum Weltraum hinter den 3 Runner öffnete, und die Eindringlinge wenige Meter weiter in die Raumfähre einstiegen.

Jack beschleunigte die Cherub, und als sie einige hundert Meter von der Station entfernt, waren sahen sie, wie sich am äußeren Ring, dort, wo sie waren, eine Explosion ereignete. Sie erinnerten sich zurück an den Europort, und schlagartig wurden ihnen klar: Cortexbomben. Damals hatten sie die Detonation einer mit ansehen müssen, die hier anwesenden CEOs waren vermutlich alle damit ausgestattet gewesen. Ein Glück, das sie bereits eine so große Distanz zur Raumstation gewonnen hatten.

Ein Haftbefehl auf „Zürich Orbital“

Nachdem die Cherub einige tausend Kilometer zurückgelegt hatte und klar war, dass von „Treffpunkt: Raumhafen“ keine Gefahr mehr ausging, sprach Müller das weitere Vorgehen an. Zunächst, so sein Vorschlag, sollten sie beim Züricher Orbital vorbeifliegen, um eine gewisse Mitarbeiterin des FBV zu verhaften. Eine entsprechende Ermächtigung würde ihnen Frau Waffenschmidt mit Sicherheit ausstellen. Und dann wäre noch die Frage nach der Landung. Jack konnte sich nicht recht entscheiden, ob er begeistert sein wollte, weil er die Chance hatte ein Spaceshuttle zu landen, oder entsetzt, weil er damit das Leben seiner Freunde in Gefahr bringen würde. Er schlug vor bei Petersburg Constructions ein Koppelschiff anzufordern. Sowas sollte dann doch besser den Profis überlassen werden.

Da sie nicht mehr auf Silver Pinnacle halten würden und somit Dezibel nicht mehr treffen würden, veranlasste Müller noch den Transfer der versprochenen 400k Ares Conscripts. Ein Deal ist schließlich ein Deal. Anschließend holte er sich von Müller-Waffenschmidt noch einen Haftbefehl für die zweithöchste Konzernbürgerin und veranlasste, dass bei ihrer Rückkehr zur Erde ein Schiff im Orbit auf sie warten würde.

Ihr Erscheinen auf dem Züricher Orbital wurde zu einem filmreifen Auftritt der Extraklasse. Sie hatten vom FBV Papiere erhalten, die sie als Konzernbürger auswiesen, sowie einen dringenden Haftbefehl gegen Dr. Rita Dubrowsky. Mit diesem gingen sie auf die Station und meldeten sich bei Chef der Sicherheit. Nach einer kurzen Kontrolle der Ermächtigung sowie einer Rücksprache mit dem FBV-Hauptquartier ließ dieser die Ex-CEO von seinen eigenen Leuten in ihrem Quartier abholen und übergab sie in die Obhut der Runner. Triumphierend eskortierten sie die Frau zurück zum Spaceshuttle.

Jack dockte ab und setzte einen Rendezvouskurs mit der Fähre von Petersburg Constructions. Als sie in Sichtweite des Suborbitalfliegers waren übernahmen die Gnome wieder die Steuerung und brachte beide Schiffe sowie ihre Insassen wohlbehalten zurück auf die Erde.

Touchdown – willkommen auf der Erde!

Am Raketenlandeplatz wurden sie bereits von mehren Leuten von Sonnentanz und dem FBV erwartet. Unter Begleitschutz der MET2000 sowie unzähligen Gnomen machte sich das Gespann auf den Weg zurück nach Frankfurt.

Für die Runner begann nun eine Zeit des Wartens. Sie waren die wichtigsten Zeugen, die der FBV, Sonnentanz und Manadynamics gegen Proteus ins Feld führen konnte. Sie waren es gewesen, die die Zustände in Rømø mit eigenen Augen gesehen hatten. Sie waren es, die am Lagrangepunkt Treffpunkt Raumhafen infiltriert hatten und das wahre Gesicht der Obersten von Proteus gesehen hatten. Sie hatten das ganze menschenverachtende Potential von Proteus erlebt, im Gruselkabinett wie im Kampf. Solange Proteus nicht endgültig vom obersten Konzerngerichtshof zerschlagen wurde, durfte ihnen unter keinen Umständen etwas zustoßen. Und wo, wenn nicht in der zur Festung ausgebauten Zentrale des FBV, konnten die Konzerne ihr Überleben und damit auch ihr eigenes gewährleisten.

Viele Möglichkeiten, Kontakt mit der Außenwelt zu halten, hatten die Runner nicht. Das Trid bot da eine angenehme Abwechslung zu den endlosen Schulungen des Konzerns, der selbstverständlich daran interessiert war, dass seine Zeugen vor Gericht die Nerven behielten und sich nicht verhaspelten oder in die Enge trieben ließen. Nach mehr als einem Monat und einigen Auftritten vor Gericht erhielten sie dann die Nachricht, dass Proteus zerschlagen werden sollte. Der Konzerngerichtshof hatte sein Urteil gefällt, somit ging für sie keine unmittelbare Gefahr mehr aus.

Nachbesprechung

Es folge noch eine Nachbesprechung, wiederum in der für sie inzwischen all zu bekannten Umgebung des obersten Stockwerks des FBV-Turms. Als Vertreter für Sonnentanz war Cole Cash erschienen, zu Müllers Missfallen hatte Manadynamics jedoch nicht Colonel Bischof geschickt, sondern nur Herrn Schmidt. Schade, der Einlauf musste also doch noch warten. Aber Aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht Aufgehoben. Hawkeye erschien in einer neuen Uniform, Manadynamics hatte ihn zum Kommandierenden Offizier befördert.

Auch Monika – Dr. Müller-Waffenschmidt - war bei dem Treffen anwesend. Hätten Drachen durch Stress altern können, sie hätte vermutlich schneeweißes Haar gehabt. Doch auch wenn die letzten Monate arg an ihr geknabbert hatten, heute präsentierte sie sich ihren Gästen ungewohnt fröhlich und ausgeruht. Für das Treffen gab es keine Tagesordnung, es sollte ein rein informelles Gespräch werden. Der Drache rekonstruierte die Ereignisse der vergangenen Monate, füllte Wissenslücken bei den Runnern und kommentierte die Zerschlagung von Proteus. Jack freute sich, beim Keksessen endlich einmal nicht auf seine Figur achten zu müssen. Cole hatte zwar auch Sonnentanzgebäck mitgebracht, doch gegen den guten Zuckerguss mit FBV-Logo kamen diese einfach nicht an. Jedenfalls nicht für den Rigger.

Gegen Ende der Besprechung gab es dann das, was sich die Runner am meisten erhofft hatten. Eine satte Bezahlung. Jedem von ihnen wurde ein Konto bei FBV mit einer Summe von 4 Million ¥ geschenkt. Außerdem, so der Drache, hätten die Runner ja noch die vorhandenen Ares Conscripts im Wert von einer Million ¥ sowie diverse Cybereinbauten und magische Tattoos. So wagte sich auch keiner, von einer schlechten Bezahlung zu reden. Außerdem sollte jeder der Anwesenden die Staatsbürgerschaft des FBV erhalten. Zumindest für ein Jahr, für den Fall, dass sie doch noch einmal von dem Gerichtshof erscheinen müssten. Cole Cash bot allen Anwesenden darüber hinaus auch die Russische Staatsbürgerschaft an, und auch Herr Schmidt warf ein, dass, sollte Interesse bestehen, die Runner einen Ausweis aus Hamburg bekommen könnten.

Das muss gefeiert werden – Paaaadiiiih!!!

Mit dem Ende der Besprechung erhielten die Runner auch ihre alte Freiheit wieder. Endlich konnten sie wieder selber entscheiden, wo sie sich aufhielten. Das mussten natürlich gefeiert werden. Als sie den FBV-Turm verließen warteten bereits 2 Limousinen auf sie, Müller wies seine Freunde ein, wer wo einzusteigen hat. Als sie es sich bequem machen wollten merkten sie auch wieso: Lt. Müller hatte einige alte Freunde und bekannt für den Abend gewinnen können. So wurde Tatzuo von niemandem geringen als Miss Manny Moon erwartet. Zwischen ihnen stand ja noch das Ja-Wort, worauf noch eine Hochzeit folgen musste. Für Jack hatte Müller extra die beiden Schönheiten von den Fidschiinseln holen lassen, und auch sonst sollte den Abend keiner von ihnen alleine Verbringen. Nur Backdraft hatte keine externe Begleitung bekommen, sie auszuführen übernahm Müller selber.

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