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Scharmützel an der Kaiu-Mauer (Später Winter 1125)

 
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Stefanie



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BeitragVerfasst am: Fr Jan 15, 2010 5:18 pm    Titel: Scharmützel an der Kaiu-Mauer (Später Winter 1125) Antworten mit Zitat

Hierbei handelt es sich um die Fortsetzung des Zwischenfalls an der zerstörten Hasenburg, wo dem finsteren Kuni Yori eine Falle gestellt worden war.

Zum Nachlesen:
Ambush at Shiro Usagi

Die Wochen vergingen, und immer wieder erreichten kleinere Truppen Shiro Kaotsuki no Higashi (Face of the East Castle), das nördlichste Fort an der Kaiu-Mauer. Es waren nicht nur Krabben, es waren auch Drachen vom Klan der Agasha - der alten Familie von Hiruma Ryoko. Die Shinjo schickten einige Pferdereiter. Und selbst aus den fernen Phoenix-Landen kam eine Abordnung von Shugenja aus dem Shiba-Klan nebst ihren Jojimbo. Da hatte sich Shiba Ujimitsu wohl etwas bei gedacht, hatte er doch auch vor dem Hantei Ryokos Anklage gegen Kuni Yori unterstützt.

So lange war es ruhig geblieben, doch endlich meldeten die Kundschafter, dass sich ein Heer aus den Schattenlanden nähern würde. Es sei eine bunte Mischung aus Untoten, Skeletten nebst Bogenschützen, eine Meute von Blutmagiern und auch einigen großen Ogern. Hiruma Ryoko und ihrem Beraterstab blieb genügend Zeit, dass passende Terrain zur Verteidigung zu wählen. Hida Tadanobu und Toritaka Genzo rieten der langsam kampfesdurstigen Daimyoness weise, die leichtere Seite zu wählen. Sie würden ihr Heer in einer Ebene aufstellen, während die finsteren Verbände sich durch Schnee, Wald und felsiges Gelände würden quälen müssen.

Und so geschah es, dass die Daimyoness nach eindringlichem Anraten ganz hinten in der Mitte des Heeres zu stehen kam, umringt von ihrer schwer gerüsteten Krabben-Leibgarde. Rechterhand standen die Phoenixe, linkerhand die Drachen. Die Kundschafter aus den Familien der Hiruma und Toritaka hatten sich sehr geschickt in Gebüschen versteckt, bedacht, dem Feind so in den Rücken zu fallen. Die Kavallerie der Einhörner hielt sich zurück, man musste doch erst sehen, wie der Feind aufgestellt war. So kam es, dass nach allem Taktieren ein munteres Häuflein von Ashigaru aus Maemikake die Ehre hatte, den exponierten Platz im vorderen Feld inne zu haben.

Die Erde begann stärker zu zittern, als die Horden der Schattenlande näher kroch. Allein der Gestank war widerwärtig genug, obschon die Kälte des Winters hier etwas half. Manche verharrten im stillen Gebet zu Amaterasu und den Kami, andere Streiter riefen nun laut Osano-wo um tatkräftige Hilfe an.

Das Hauen begann.

Recht rasch wurden die Kundschafter enttarnt und fanden sich nun mitten im Getümmel, bald jedoch unterstützt von den überraschend mutigen Ashigaru. Ein Brechertrupp an Krabben mit Hiruma Ryoko befasste sich mit den Ogern, während die Einhorn-Reiter die Maho-Shugenja aufs Korn nahmen. Die Nuss aber war schwer zu knacken. Die Phoenixe setzten all ihre Zauber ein und beharkten die Schatten ordentlich. Auf der Gegenseite hatte man noch einen Trumpf im Ärmel und schickte eine Reiterei von Schwarzen Moto auf ihren grausigen Menschen fressenden Oni-kage Dämonen.

Auch die Drachen taten sich durch großen Mut hervor. Ihr Unglück war, dass sie sich ein wenig zu abseits hielten. So gelang es den Schattenlanden, sie langsam aber sicher einzuschließen. Ein Drache nach dem anderen fiel. Hiruma Ryoko sah es mit Schrecken und rannte über das Schlachtfeld. Aber es war zu spät. So blieb ihr nichts mehr zu tun, als ihren alten Klan zu rächen.

Langsam senkte sich Stille über das Schlachtfeld. Die Schwaden der ihren letzten Lebenshauch ausröchelnden Gefallenen vergingen in der einsetzenden Dunkelheit der Winternacht.

Sorgsam wurde das Schlachtfeld kontrolliert. Ein jeder Gefallene wurde geköpft, und auch suchte man die Toten aufzuhäufen. Denn ein jeder wusste, dass die Schattenlande die Unvorsichtigen auf ihre Seite ziehen mochten. Auch wurden die Katana der Gefallenen eingesammelt und die Namen zusortiert, so gut es ging. Das Schwert eines Samurai war zumeist ein Erbschwert, und also musste es seinem Klan übergeben werden, auf dass der Sohn oder die Tochter es einst führen konnte, um den Gefallenen zu ehren und zu rächen.

In den nächsten Wochen verließen kleine, aber gut gesicherte Gesandschaften die Kaiu-Mauer und begaben sich zu den Krabben, den Einhörnern, den Drachen und den Phoenixen. Sie überbrachten die Schwerter und die ernste Botschaft, dass die vereinigte Armee unter Hiruma Ryoko eine weitere Invasion aus den Schattenlanden abgewehrt hätte. Die Daimyoness dankte in gesetzten Worten für die Unterstützung und wies auf die Verdienste der Gefallenen. Diese Botschaft mochte auch den Beiden-Pass und die Residenzen des Krabben-Daimyo Hida Kisada wie ihres Gatten Hiruma Kage erreichen.

In Shiro Kaotsuki no Higashi (Face to the East Castle), in Higashi no Ro (Watchtower of the East) und in Kamisori sano Yoake Shiro (Razor of the Dawn Castle) aber wurde die Wacht wieder aufgenommen. Die Kaiu-Mauer durfte nicht fallen. Und der Winter war noch lang.
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